Frage-Antwort-Paare gehören zu den unterschätzten Inhalten. Sie sind schnell erstellt, sie beantworten genau das, was Menschen eingeben, und sie sind für Sprachmodelle leicht zu verwerten. Dieser Beitrag zeigt, worauf es beim Formulieren ankommt und was sich seit der Umstellung bei Google geändert hat.

Was sich bei Google geändert hat

Lange galt: Wer FAQ-Inhalte mit strukturierten Daten auszeichnet, bekommt in den Suchergebnissen aufklappbare Fragen. Seit August 2023 zeigt Google diese Darstellung nur noch bei Seiten von Behörden und aus dem Gesundheitswesen. Für alle anderen ist der sichtbare Bonus entfallen.

Trotzdem lohnt die Auszeichnung weiter, nur aus einem anderen Grund. Sprachmodelle und KI-Suchen lesen Seiten maschinell. Eine klar markierte Frage mit klar markierter Antwort ist für sie ein sauber abgegrenzter Informationshappen. Genau solche Abschnitte tauchen in Antworten von ChatGPT, Perplexity und in den KI-Übersichten von Google wieder auf.

Die Auszeichnung bringt heute weniger für die Anzeige in der Trefferliste und mehr für die Verwertung durch KI-Systeme.

Fragen so stellen, wie Menschen sie stellen

Der häufigste Fehler sind Fragen, die niemand tippt. „Welche Vorteile bietet unsere Lösung?" ist keine Suchanfrage, sondern eine Überschrift aus der Vertriebsbroschüre. Suchanfragen sehen anders aus:

Drei Merkmale helfen: die Frage steht in der Sprache der Kundschaft, sie enthält den Begriff, nach dem gesucht wird, und sie ist konkret genug für eine eindeutige Antwort.

Antworten mit Substanz in den ersten zwei Sätzen

Eine gute Antwort beginnt mit der Antwort. Keine Einleitung, kein „Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten". Die ersten beiden Sätze sollten für sich allein stehen können, denn genau dieser Teil wird zitiert. Danach ist Platz für Begründung, Zahlen und Einschränkungen.

Länge

40 bis 120 Wörter reichen meist. Kürzer wirkt dünn, länger wird selten vollständig übernommen.

Belege

Eine Zahl, ein Zeitraum oder ein Beispiel macht aus einer Behauptung eine überprüfbare Aussage.

Eindeutigkeit

Jede Frage bekommt genau eine Antwort. Zwei Themen in einer Antwort verwässern beide.

Aktualität

Preise, Fristen und Funktionsumfang gehören regelmäßig auf den Prüfstand, sonst entsteht Schaden statt Nutzen.

Technische Auszeichnung, kurz gefasst

Die Auszeichnung erfolgt als JSON-LD im Kopf der Seite, mit dem Typ FAQPage. Drei Regeln sind dabei wichtig:

Woher die Fragen kommen

Die besten Fragen liegen bereits im Haus. Im Support-Postfach, in den Notizen aus Vertriebsgesprächen, in der Suchfunktion der eigenen Webseite und in der Search Console unter den Suchanfragen. Eine zweite Quelle sind die eigenen Fachdokumente: Jeder erklärte Sachverhalt lässt sich in eine Frage umdrehen. Genau das macht die automatische Erzeugung von FAQ-Paaren aus einem Dokument, und der Mensch wählt danach aus, was wirklich gefragt wird.

Wo die Paare hingehören

Nicht alle Fragen auf eine einzige große FAQ-Seite. Besser ist eine Handvoll Fragen dort, wo das Thema behandelt wird: auf der Preisseite die Fragen zur Abrechnung, auf der Produktseite die Fragen zum Funktionsumfang. Eine übergreifende FAQ-Seite kann zusätzlich bestehen, sollte aber nicht dieselben Antworten im Wortlaut wiederholen.

Fazit

Frage-Antwort-Paare sind Arbeit an der Formulierung, nicht an der Technik. Wer die Frage trifft und in den ersten zwei Sätzen eine belastbare Antwort gibt, wird zitiert. Alles andere ist Beiwerk.

Aus eigenen Dokumenten neuen Content gewinnen

Laden Sie ein PDF hoch und sehen Sie, welche Bausteine darin stecken.

Jetzt starten